Initiative Jachad

PM 03: AmEchad kritisiert Nakba-Ausstellung an Montessori-Schule

Lang: „Israelhass ist immer falsch – und hat insbesondere an Schulen nichts zu suchen“

Anlässlich der ab dem 15. Dezember geplanten Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ an der Montessori-Fachoberschule (MOS München) hat sich AmEchad am Samstag mit einem Schreiben an die Schulleitung, den Elternbeirat und die Schülermitverwaltung gewandt. Darin kritisiert AmEchad, dass die Ausstellung historische Tatsachen des jüdisch-arabischen Konflikts auf Kosten Israels bewusst auslasse und damit nicht nur pädagogisch fraglich, sondern letztendlich Propaganda sei.

AmEchad schließt sich der Forderung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft München und der Grünen Jugend München an, die Ausstellung des Vereins „Flüchtlingskinder im Libanon“ nicht zuzulassen. Dazu Michael Lang, Sprecher von AmEchad: „Die Schulleitung will die Jugendlichen der Montessori-Schule einer wochenlangen, bildgewaltigen Propaganda-Show aussetzen. Das können wir nicht hinnehmen. Israelhass ist immer falsch und hat insbesondere an Schulen nichts zu suchen.“

Das Schreiben von AmEchad an die Schulleitung im Wortlaut:

Sehr geehrte Schulleitung der MOS München, sehr geehrter Elternbeirat,  liebe Schülermitverwaltung,

mit Erstaunen haben wir einem Bericht der Jüdischen Allgemeinen entnommen, dass die umstrittene Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ ab Mitte Dezember an der MOS München gezeigt werden soll. Laut MOS-Info-Brief Nr. 1/2013_14 wird der Rahmen von der Projektgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ organisiert, die das Thema Flucht in den Mittelpunkt rücken möchte.

Die Ausstellung des „Vereins Flüchtlingskinder im Libanon“ ist aber keinesfalls eine objektive Betrachtung des hochkomplexen Konflikts zwischen Arabern und Juden im Nahen Osten, wie sie an Schulen pädagogisch wertvoll wäre. Vielmehr geht es in erster Linie darum, Israels Entstehungsgeschichte – und damit Israel – grundsätzlich zu dämonisieren und delegitimieren.

Bewusst blendet die Ausstellung aus, dass die arabischen Nachbarstaaten ab dem Jahr 1947 die Verfolgung ihrer jüdischer Bürger intensivierten und so über 800.000 Menschen zu Vertriebenen machten. Diese Zahl ist jener der in den Kriegswirren der Jahre 1948/49 geflohenen arabischen Bevölkerung vergleichbar. Auch werden Akte von Gewalt und Vertreibung gegen die angestammte jüdische Bevölkerung im britischen Mandatsgebiet Palästina sowie die Kooperation von führenden arabischen Nationalisten mit den deutschen Nazis während des Zweiten Weltkrieges verschwiegen.

Ebenfalls wird nicht darauf hingewiesen, dass nicht Israel, sondern die arabischen Staaten die Region 1948 mit ihren Angriffen auf Israel in einen Krieg stürzten. Sie trugen selbst im großen Maße zur Flucht bei, indem sie die arabische Bevölkerung aufforderten, die Region zu verlassen. Nach der angestrebten Vernichtung des jüdischen Staates könne jeder zurückkehren, so das Versprechen.

Zu behaupten, dass es keine Fälle von Vertreibung durch israelische Truppen gäbe, wäre historisch nicht korrekt. Doch die oben genannten Tatsachen zu verschweigen, ist ebenso wenig korrekt. Es ist Propaganda.

Es scheint uns darüber hinaus sehr widersprüchlich, wenn unter dem Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ noch im November im Lily-Braun-Gymnasium zu Berlin ein Radio-Workshop zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 stattfand, und der Vernichtungsangriff auf israelische Juden 1948 – nur zehn Jahre später – an der MOS München derart verzerrt dargestellt wird – unter gleichem Motto.

Im MOS-Info-Brief der Schulleitung Nr 1/2013_14 erinnert die Schulleitung im Zusammenhang mit der Ausstellung daran, dass „Jesu, das Weihnachtsgeburtstagskind“ selbst ein Flüchtling war. Das ist ohne Zweifel richtig, gleichwohl möchten wir an dieser Stelle daran erinnern, dass Jesu nicht nur ein Flüchtling, sondern auch ein Jude war. Erscheint es ihnen wirklich passend, die jüdische Minderheit im Nahen Osten auf einer Weihnachtsfeier als Verbrecherbande darzustellen? Und stehen im Zusammenhang mit Flucht nicht brennendere Themen an, wie zum Beispiel die Massenflucht aus Syrien oder die Ertrinkenden vor den Küsten Europas?

Im Jahre 2001 hat sich die Stadt München klar gegen antiisraelische Propaganda an Münchner Schulen ausgesprochen. Die Ausstellung „Lebensrealitäten in Palästina“ wurde eingestellt. Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass aktive Bürger sich damals gegen diese Ausstellungen engagiert haben und das im aktuellen Fall voraussichtlich wieder tun werden.

Mit freundlichen Grüßen

AmEchad



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